4 Digital Commerce Trends für 2018

Kaum eine Branche unterliegt aktuell so kurzen Innovationszyklen wie die Digital-Branche. Ständig erobern neue Technologien und Devices den Markt und sorgen für reichlich Diskussionsstoff. Pünktlich zum Start ins neue Jahr möchten wir Ihnen vier wichtige Trends für den Digital Commerce 2018 vorstellen.

1. Rasante Verbreitung von IoT-Anwendungen

Das Internet of Things (IoT) ist in aller Munde und nicht zuletzt als Leitthema auf zahlreichen IT-Kongressen und diversen Branchen-Events zu finden. Insbesondere in den kommenden Jahren erwarten Experten ein rasantes Wachstum bei der Verbreitung von IoT-Technologien und deren Anwendungsfällen. Allein die Prognose von Gartner, dass bis Ende 2018 8,4 Mrd. und im Jahr 2020 gar 20,4 Mrd. vernetzte Geräte weltweit aktiv sein werden, zeigt die Bedeutung des Themas.

Durch die wachsende Zahl an vernetzten Geräten wird infolgedessen auch die Menge an zu analysierenden und zu verarbeitenden Daten wachsen. Voraussetzung für den Erfolg von IoT-Anwendungen ist es, die riesigen gerätegenerierten Datenmengen intelligent auszuwerten, wofür häufig zunächst Investitionen in Analysetechnologien notwendig sind. Insbesondere aufgrund der enormen Weiterentwicklung in den Bereichen Machine Learning und KI (künstliche Intelligenz) ergibt sich für IoT-Szenarien ständig frischer Nährboden, um neue Wirtschaftszweige zu erschließen. Dass dabei mit erheblichen Veränderungen in bestehenden Branchen zu rechnen ist, versteht sich von selbst.

2. Progressive Web Apps vereinen die Vorteile mobiler Webseiten und nativer Mobile Apps

2018 wird das Jahr der Progressive Web Apps (PWAs). Die Analysten von Gartner gehen davon aus, dass PWAs bis zum Jahr 2020 bereits 50% der herkömmlichen Mobile-Apps abgelöst haben werden. Eine Progressive Web App vereint die Vorteile mobiler Websites mit denen nativer Apps und wird darüber hinaus positiv von Google als Ranking Faktor im Mobile Index gewertet.

User können eine Progressive Web App über den Webbrowser öffnen, wodurch die Auffindbarkeit der App nicht über App-Stores begrenzt ist, sondern über klassische Suchmaschinen ermöglicht wird. PWAs bieten somit Website-Betreibern eine deutlich größere Reichweite als native Apps. Eine Installation über einen Appstore sowie manuelle Updates sind bei PWAs nicht erforderlich. Die Umsetzung einer Progressive Web App ist außerdem weniger komplex als die Realisierung einer nativen App.

Im Vergleich zu herkömmlichen mobiloptimierten Responsive Design Website punkten PWAs mit Funktionalitäten und Look & Feel nativer Apps. Mittels modernster Caching-Technologien in Form von sog. Service Workern verfolgen Progressive Web Apps einen Offline First Ansatz, wodurch einmal abgerufene Informationen Usern auch Offline zur Verfügung stehen. Auch die von nativen Apps bekannten Push-Benachrichtigungen lassen sich bei PWAs nutzen.

Kein Wunder also, dass die Unterstützung von Progressive Web Apps bei e-Commerce Technologieanbietern wie Magento ganz oben auf der Roadmap für 2018 zu finden ist. Aktuell werden PWAs noch nicht vollumfänglich von allen Web-Browsern unterstützt. So arbeitet Apple aktuell beispielsweise noch an einer Lösung für PWA Service Worker unter iOS.

3. Starkes Wachstum im B2B e-Commerce

Während der B2C-Sektor seit Langem den digitalen Wandel vollzogen hat, wächst der B2B-Sektor im e-Commerce aktuell rasant. Auch 2018 werden Unternehmen im Rahmen ihrer Digitalen Transformation zunehmend mehr in Online-Plattformen investieren, um neue Zielgruppen zu erschließen und Geschäftsprozesse zu optimieren.

Erfolgreich werden dabei nur Unternehmen sein, die Ihren Geschäftskunden über alle Touchpoints hinweg eine herausragende Customer Experience bieten und die Kanäle dabei intelligent verknüpfen.

In diesem Zusammenhang werden 2018 Cognitive Commerce Szenarien zunehmend an Bedeutung gewinnen. Beim Cognitive Commerce kommen Technologien zum Einsatz, die sich der Künstlichen Intelligenz (KI) bedienen, in Echtzeit mit dem User oder anderen Anwendungen kommunizieren, sich an frühere Interaktionen erinnern und selbstlernend Schlüsse ziehen können. Cognitive Commerce ist daher mehr als nur Personalisierung.

Einsatzgebiete des Cognitive Commerce:

  • Ausspielen von personalisierten Produktkatalogen und optimierten Preisen unter Berücksichtigung von Wettbewerb, individuellen Einkaufskonditionen, der individuellen Einkaufshistorie, Bestandsinformationen und möglicher Lieferbeschränkungen
  • Kalkulation von Nachfrage-Trends einzelner Produkte und Sortimentsbereiche mit entsprechender Optimierung der Prozesse in der Produktion, Logistik, Vertrieb und Marketing
  • Dynamische Orchestrierung der Marketingkanäle samt Budgetsteuerung als Ergebnis der Auswertung von Echtzeitdaten

 

4. Voice-Technologien auf dem Vormarsch

Der Trend zu screenlosen Devices wird aktuell vor allem durch innovative Voice-Technologien vorangetrieben. In den anstehenden 12 Monaten wird sich insbesondere unser Suchverhalten signifikant verändern. Weg von der Eingabe am Tablet oder PC werden Suchanfragen künftig mehr und mehr per Sprachbefehl platziert.

Weitere Fortschritte in Sachen Künstlicher Intelligenz werden smarte Devices dazu bringen, noch komplexere oder auch umgangssprachlich formulierte Sätze zu interpretieren. So gehen wir davon aus, dass Anwendungsszenarien für Voice-Technologien in sämtliche Bereichen des digitalen Handels Einzug halten werden, vom Kundenservice über die Produktberatung bis hin zur eigentlichen Transaktion.