Expertentipps für ein erfolgreichen Social Media Marketing

Unternehmen, die im Jahr 2011 im Internet werben möchten, sollten sich intensiv mit dem Thema Social Media Marketing auseinandersetzen. Neben der Kampagnenplatzierung im Social Web sollte man sich ebenso mit der Messbarkeit und den daraus resultierenden Optimierungsmöglichkeiten beschäftigen. Interessante Tipps liefern hierzu die Experten Prashant Suryakumar und Dhiraj Rajaram.

Ohne Daten, keine Social Media Marketing Analyse

Grundsätzlich unterscheidet sich das Social Media Marketing von Kampagnen in traditionellen Medien durch mehrere Faktoren. Zunächst gibt es keine direkten Daten, die ohne weitere Investitionen nutzbar sind. Beim Print-Marketing kann das beispielsweise durch die Verwendung von Aktionscodes schon anders sein. Zudem hat Social Media Einfluss auf viele verschiedene Faktoren im gesamten Verkaufszyklus. Angefangen bei der Markenbildung, geht es über die Aufmerksamkeitslenkung bishin zum eigentlichen Verkaufsvorgang.

Um hier die notwendigen Daten zu bekommen, muss ein Unternehmen zunächst in das Monitoring investieren. Hier können verschiedene kostenlose oder kostenpflichtige Tools helfen, aber vor allem werden dabei auch entsprechend geschulte Mitarbeiter gebraucht. Denn anders als im klassischen Marketing, ist das Social Media Marketing als Dialog angelegt. Das bedeutet auch, dass Unternehmen lernen müssen, wie man auf verschiedenen Plattformen richtig mit seinen Kunden kommuniziert.

Das Web ist schnelllebig - Social Media Marketing auch

Eine wichtige Voraussetzung für eine gelungene Social Media Kampagne, ist die Erkenntnis, dass es im Social Web sehr dynamisch zugeht. Ein Tweet oder ein Facebook Status haben nur eine sehr begrenzte Lebensdauer und sind manchmal nach einigen Stunden schon wieder im Rauschen der Streams untergegangen. Diese Social-Web-Charakteristik ist so grundlegend, dass Kunden zeitnahe Antworten auf ihre Anfragen oder auch Kritik erwarten. Kann ein Unternehmen diese Erwartungen nicht erfüllen, ist der potentielle Kunde wieder weg und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht wiederkommen.
Sentiment-Analysen sind wichtig für die Bewertung

Hat man erst einmal eine Datenbasis durch geeignete Monitoring-Verfahren gesammelt, geht es an die Auswertung der Daten. Besonders wichtig ist dabei die Sentiment-Analyse, mit der sich die jeweilige Stimmung der Kunden als positiv, neutral oder negativ klassifizieren lassen soll. Bisherige Versuche dies anwendungsgestützt durchzuführen sind noch wenig erfolgreich, so dass hier Handarbeit angesagt ist. Wichtig ist dabei vor allem, nicht jeden einzelnen Kommentar separat zu werten, sondern Konversationsstränge nach ihrem Endergebnis zu beurteilen.

Beschwert sich beispielsweise ein Kunde über ein Produkt, so wird seine Stimmungslage zunächst eher negativ sein. Wird ihm dann aber vom Support geholfen und er ist mit dieser Leistung zufrieden, so ist das Ergebnis positiver zu beurteilen, als die anfängliche negative Stimmung. Natürlich ist dieses Beispiel schon für sich als Erfolg zu bewerten, aber beim Social Media Marketing geht es immer auch um das Ganze, also in diesem Fall um die Verbesserung der gesamten Stimmungslage bei allen Kunden.
Wichtige Messgrößen im Social Media Marketing fehlen noch

Auch wenn bereits einige Daten erhoben werden können, um den Erfolg einer Social Media Marketing Strategie zu bestimmen, fehlen immer noch einige wichtige Messgrößen, mit denen sich beispielsweise auch Vergleiche zu anderen Marktteilnehmern anstellen lassen. Prashant Suryakumar und Dhiraj Rajaram nennen hier:

• Messgrößen zum Verstehen von Konversationen und Engagement
• Messgrößen zur Identifizierung von Influencern
• Messgrößen zur Messung der ganzheitlichen Wirkung aller Social Media Aktivitäten eines Unternehmens

Klar sollte aber auch sein, dass sich der Erfolg der Social Media Aktivitäten nicht 1:1 auf die Absatzzahlen übertragen lässt. Als Beispiel wird hier die äußerst erfolgreiche Kampagne von Old Spice genannt. Sie führte zwar zu einem Interaktionsanstieg von 800 Prozent auf der Fanpage, aber lediglich zu einer Umsatzsteigerung von 107 Prozent.

Testen, testen, testen...

Social Media steckt immer noch in den Anfängen und es gibt keine verlässlichen Erfolgsmethoden, die man einfach übernehmen kann. De Erhöhung der eigenen Reichweite im Social Web geht nicht von heute auf morgen und ist auch deshalb mit sehr viel Sorgfalt anzugehen, weil es sehr schnell in die entgegengesetzte Richtung gehen kann. Es sollten daher immer wieder Tests durchgeführt werden, um einen sicheren Umgang mit verschiedenen Plattformen zu erlernen und einzelne Maßnahmen effizienter zu machen. Folgende Parameter könnten dabei sinnvoll sein:

• Wer sind die Influencer für ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Zielgruppe?
• Wann spricht man diese am besten an?
• Welchen Einfluss haben die Aktivitäten der Mitbewerber auf die eigenen Maßnahmen?
• Wie muss ein Kommentar aussehen, mit dem sich ein Produkt verkaufen lässt?
• Wie muss ein Kommentar aussehen, mit dem sich eine Serviceleistungen vermitteln lässt?
• Welche Preisstrategien sind wirkungsvoll?
• Wie lassen sich die Aktivitäten in das aktuelle Tagesgeschehen einbinden?

Es gibt darüber hinaus noch viele weitere Faktoren, die für den Erfolg einer Kampagne im Social Media Marketing wichtig sein können. Diese können für jedes Unternehmen, für jede Marke und für jedes Produkt wieder anders aussehen und müssen individuell identifiziert werden. Unternehmen, die das Social Media Marketing ernsthaft angehen wollen, sollten sich gleich zum Anfang darüber im Klaren sein, das zwar viele Dinge ohne große Investitionen angeschoben werden können, es ohne die Bereitstellung entsprechender Ressourcen dann aber schwer wird, langfristige Erfolge einzufahren und diese dann auch messen zu können.

Quelle: t3n