Zugriffszahlen zeigen klare Tendenzen bei Social Networks

Wussten Sie, dass jeder zweite deutsche Online-User in einem Social Network registriert ist oder dass nahezu 50 Prozent aller Xing-Members kein Deutsch sprechen? Der folgende Artikel von iBusiness gibt Auskunft über Nutzerzahlen sozialer Netzwerke in Deutschland und beinhaltet interessante Fakten Rund ums Thema Social Media.

Soziale Netzwerke sind aus dem Leben der meisten Onliner nicht mehr wegzudenken: Jeder zweite deutsche Internetnutzer ist einer aktuellen Studie zufolge Mitglied in einem sozialen Netzwerk wie Facebook, StudiVZ oder Xing. Unter den 14- bis 29-Jährigen liegt der Anteil der Mitglieder in einer Online-Community sogar bei 89 Prozent.

So hat in den ersten acht Monaten des Jahres seine Mitgliederzahlen um rund eine Million gesteigert. Damit zählt das Business-Portal nach eigenen Angaben nun über acht Millionen Nutzer. Etwa die Hälfte der Neukunden kommt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Insgesamt hat die Pattform über 3,4 Millionen deutschsprachige Nutzer. Die Stadt mit den meisten Mitgliedern ist München vor Hamburg und Berlin. Das Überraschende: Die Hälfte aller Xing-Netzwerker spricht offenbar kein Deutsch.

Wachstums-Spitzenreiter ist Berlin mit einer Steigerungsrate von 39 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Insgesamt vernetzten sich bereits mehr als 191.000 Hauptstädter via Business-Portal. Die Stadt mit den meisten Xing-Nutzern ist jedoch München mit 212.000 Mitgliedern, gefolgt von Hamburg (193.000) und Berlin. Vierter ist Wien (146.000) vor Frankfurt am Main (131.000) , Köln (106.000) und Düsseldorf (89.000). Platz acht belegt Stuttgart mit rund 75.000 Mitgliedern. Neunter ist Zürich (71.000) und zehnter Hannover mit immerhin noch 42.000 Nutzern.

Konkurrent http://www.linkedin.com/kommt gegen Platzhirsch Xing in Deutschland nicht an. Laut Google-Ad-Planner zählte Xing im Juni 2,4 Millionen Unique Visitors. LinkedIn kam dagegen nur auf 510.000 Unique Visitors. Allerdings beeindrucken beide Plattformen hierzulande mit einen stetigen und starken Wachstum. So zählte Google für LinkedIn im September 2008 gerade einmal 200.000 Unique Visitors. Xing kam damals auch nur auf 1,5 Millionen Unique Visitors. Weltweit liegt aber LinkedIn mit 28 Millionen Nutzern vorn, hat die auf Social Networks spezialisierte Online-Marketingagentur Compass Heading analysiert. http://www.ibusiness.de/cgi-bin/resize/upload/bilder/457738cr.jpg?maxwidth=300&maxheight=700
Nutzer verweilen aber nur acht Minuten im ganzen Monat auf Xing.de. Noch weniger Zeit verbringen Nutzer in keinen anderen Netzwerken, was Compass Heading-Chef Michael Radomski  so erklärt: _"Die (Business-)Nutzer setzen die Plattform sehr gezielt ein und verbringen dort weniger ihre soziale Zeit. Das Gegenbeispiel dafür ist SchuelerVZ, wo durch eine deutlich jüngere Zielgruppe mit großem Zeitkonto ein vergleichsweise großer Teil der freien sozialen Zeit online verbracht wird."_Branchen-Primus Facebook verzeichnet für den Monat in Deutschland 6,9 Millionen einzelne Nutzer, die mindestens einmal die Seite besuchten und dabei im Durchschnitt 15:40 Minuten verweilten (weltweit 340 Millionen Nutzer mit einem Durchschnitt von 21:40 Minuten). Während demzufolge global über 26 Prozent aller Online-Nutzer bei Facebook aktiv sind, sind es in Deutschland aktuell nur zwölf Prozent - mithin ein enormes Wachstumspotenzial in den kommenden Monaten, das sich in einem ungebrochen linear verlaufendem Zuwachs wiederspiegelt.

Wettbewerber MySpace hat dagegen stark rückläufige Nutzer-Werte (aktuell 120 Millionen weltweit, 5,5 Millionen in Deutschland) bei vergleichbarer Verweildauer. Ebenfalls leicht rückläufig, aber auf hohem Niveau ist das Engagement bei der deutschen Plattform Wer-kennt-wen.de. 6,8 Millionen Nutzer verweilen immerhin 18 Minuten.

Deutschlands Platzhirsch StudiVZ kommt nach deutlichem Rückgang im Sommer 2008 auf aktuell 6,8 Millionen Nutzer, wozu auch noch die beiden Schwesterportale SchuelerVZ und MeinVZ mit 7,4 bzw. 4,2 Millionen gezählt werden müssen. Lediglich das für ältere Nutzer konzipierte MeinVZ schafft es, dabei seine Werte eindeutig zu stabilisieren (bei einer Verweildauer von 16 Minuten). StudiVZ (16 Minuten) und SchuelerVZ (immerhin 25 Minuten) sind rückläufig.

Besonders interessant ist der weitere Verlauf des Nachrichtendienstes Twitter, dessen Hype nach wie vor ungebrochen ist (iBusiness berichtete). Der im Februar 2009 gestartete exponentielle Verlauf der Nutzerzahlen geht auch im Juni 2009 ungebrochen weiter. 2,4 Millionen Nutzern in Deutschland stehen 60 Millionen weltweite Nutzer gegenüber. Nur ca. zehn bis elf Minuten Verweildauer lassen allerdings auch darauf schließen, dass viele Nutzer sich nur kurz anmelden und den Dienst nicht unbedingt dauerhaft nutzen.

Fazit: Der Kuchen der sozialen Netzwerke ist in Deutschland offensichtlich verteilt, was die Portale der VZ-Gruppe sowie deren Investor Holtzbrinck schmerzlich spüren (vgl.: http://www.ibusiness.de/members/aktuell/db/780596og.html). Studi- und SchuelerVZ sind durch ihre selbst gesetzte Zielgruppe limitiert, was aber durch das Potential von MeinVZ kompensiert werden könnte, schätzt Radomski. Einzig Facebook spricht er ein nachhaltiges Wachstumspotanzial zu: _"Auch wenn Vergleiche zwischen der Reichweite in Deutschland und dem Weltmarkt nur ungenau zu interpretieren sind, besteht offensichtlich national noch enormes Potential. Das Erreichen der Marke von zehn Millionen Nutzer ist daher nur eine Frage der Zeit."_Zum Vergleich: Eine Übersicht über die weltweite Nutzung sozialer Netzwerke zeigt, dass das Geschäft mit sozialen Netzwerken regional geprägt ist. So kennt beispielsweise Frankreichs populärstes Netzwerk Skyblog außerhalb des Landes kaum jemand.

Quelle: iBusiness