Kunden-Case: Der effizienteste Bestellprozess beginnt nicht im Webshop

Mobile Kanban-Scanner für schnelle B2B-Bestellungen

Für einen Kunden hat mediawave eine Kanban-Scanner-Funktion als mobile Anwendung entwickelt. Mitarbeiter im Lager können Verbrauchsmaterialien direkt am Regal per Smartphone erfassen und den Bestellprozess ohne zusätzliche Hardware oder manuelle Zwischenschritte anstoßen. Die schlanke, an Shopware angebundene App verbindet einen einfachen Scan-Prozess mit einer erweiterbaren Architektur und bringt die Bestellung dorthin, wo der Bedarf entsteht.

Wie ein mobiler Kanban Scanner B2B-Bestellungen näher an den Arbeitsalltag bringt

Der effizienteste Bestellprozess beginnt nicht im Webshop. Er beginnt am Regal.

Dort sieht jemand, dass ein Verbrauchsmaterial knapp wird. Dort entscheidet sich, ob der Bedarf sofort erfasst wird oder ob er erst notiert, weitergegeben und später noch einmal in ein System übertragen werden muss.

Gerade in Produktion, Lager oder Werkstatt ist dieser Unterschied relevant. Jeder zusätzliche Schritt kostet Zeit. Und je mehr Menschen, Listen oder Systeme beteiligt sind, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit für Fehler.

Für einen Kunden hat mediawave deshalb eine bestehende Kanban-Scanner-Funktion neu aufgesetzt: als schlanke App für Smartphones, angebunden an Shopware und reduziert auf das, was im Arbeitsalltag zählt: Scannen, Prüfen, Weitergehen.

Vom alten Scanner zur mobilen Anwendung

Kanban-Scanner sind kein neues Prinzip. In vielen Unternehmen werden sie genutzt, um Verbrauchsmaterialien schneller nachzubestellen. Häufig basieren solche Lösungen jedoch auf älterer Software, spezieller Hardware oder Abläufen, die nicht mehr zu heutigen Arbeitsgewohnheiten passen.

Der Anlass für das Projekt war daher sehr konkret: Eine bestehende Scanner-Funktion sollte modernisiert und für aktuelle Smartphones nutzbar gemacht werden.

Die Antwort war bewusst keine große Plattform-Erweiterung, sondern eine eigenständige mobile Anwendung für einen klaren Vorgang: Barcode scannen, Produkt erkennen, Menge prüfen, nächsten Artikel erfassen.

So rückt der Einstieg in den Bestellprozess dorthin, wo der Bedarf entsteht.

Eine App für den Moment der Bestellung

Die Anwendung wurde konsequent für mobile Nutzung konzipiert. Nicht als verkleinerter Webshop, sondern als Werkzeug für eine konkrete Situation.

Wer vor dem Regal steht, braucht keine langen Menüs. Die Bedienung muss schnell verständlich sein, auch wenn mehrere Artikel nacheinander erfasst werden. Gleichzeitig darf Geschwindigkeit nicht auf Kosten der Kontrolle gehen: Mengen müssen prüfbar bleiben, bevor der nächste Scan folgt.

Das Interface setzt deshalb auf große, touchfreundliche Bedienelemente, einen reduzierten Ablauf sowie unterschiedliche Ansichten für verschiedene Nutzungssituationen. Darunter Dark Mode, Light Mode und ein kompakter Modus.

Schlank gebaut, bewusst entkoppelt

Technisch basiert die App auf einem modernen Frontend-Setup mit Vite und Tailwind CSS. Für das Barcode-Scanning kommt ZXing zum Einsatz. Die Anbindung an das Commerce-Backend erfolgt über die Shopware API.

Entscheidend ist weniger die einzelne Technologie als der Aufbau der Anwendung. Die Scanner-App hängt nicht fest im Webshop, sondern funktioniert als eigener Einstieg in den Bestellprozess. Damit folgt sie einem composable Gedanken: einzelne Funktionen werden dort platziert, wo sie im Prozess den größten Nutzen haben.

Für den Kunden bedeutet das mehr Spielraum. Die App kann weiterentwickelt, an zusätzliche Prozesse angepasst oder perspektivisch mit anderen Backends verbunden werden.

Schon in der Umsetzung wurde deshalb auf Wartbarkeit geachtet. Unter anderem durch Atomic Design, wiederverwendbare Hooks, Context-Management und Internationalisierung.

Schnell zum belastbaren Setup

Das Projekt wurde mit einem Prototyping-Ansatz umgesetzt. Innerhalb weniger Wochen entstand ein Setup inklusive Konzeption, technischer Umsetzung und Architekturarbeit.

Das zeigt, wie viel sich mit einem klar begrenzten Use Case erreichen lässt. Es braucht nicht immer den großen Plattformumbau, um einen relevanten Prozess zu verbessern.

Wichtig ist, den richtigen Ausschnitt zu wählen: einen Vorgang, der häufig passiert, manuell Aufwand erzeugt und für Nutzer spürbar einfacher werden kann.

Beim Kanban Scanner war dieser Ausschnitt klar: die Nachbestellung von Verbrauchsmaterialien direkt am Ort des Bedarfs.

Was daran eigentlich neu ist

Barcode-Scanning allein ist keine Innovation. Auch mobile Apps sind es nicht.

Neu ist die Kombination aus bekanntem Kanban-Prinzip, Smartphone-Nutzung und einer Architektur, die den Scanner nicht als isoliertes Hilfstool behandelt, sondern als Teil des Commerce-Prozesses.

Die App ersetzt nicht den Webshop. Sie ergänzt ihn um einen anderen Einstiegspunkt. Einen, der besser zu bestimmten Arbeitssituationen passt.

Für B2B-Händler ist das ein wichtiger Gedanke. Digitale Services werden nicht nur im Checkout entschieden. Sie entstehen auch in den kleinen Momenten davor: wenn ein Kunde Material nachbestellen, einen Prozess abkürzen oder interne Abläufe vereinfachen möchte.

Was Unternehmen davon haben

Der Nutzen liegt nicht in einer einzelnen Funktion, sondern in der Summe der eingesparten Zwischenschritte.

Mitarbeitende müssen Bedarf nicht mehr notieren, weitergeben und später erneut erfassen. Produkte werden dort gescannt, wo sie liegen. Mengen lassen sich direkt prüfen. Der Bestellprozess startet früher und mit weniger Reibung.

Für Unternehmen bedeutet das weniger manuelle Arbeit, weniger Fehlerquellen und geringere Prozesskosten. Für Händler entsteht ein digitaler Service, der Kunden im Alltag unterstützt, nicht erst im Webshop, sondern bereits im operativen Prozess.

Gerade für Anbieter mit großen Sortimenten, wiederkehrenden Verbrauchsmaterialien oder produktionsnahen Kunden kann ein solcher Einstieg relevant sein.

Ein Blick in die Entwicklung

Auch aus Entwicklungssicht war das Projekt mehr als eine reine Modernisierung. Die App wurde von Grund auf neu aufgebaut. Technische Entscheidungen konnten früh bewusst getroffen werden, vom Frontend-Setup über die Architektur bis zur Qualitätssicherung.

Ein Learning aus dem Projekt: Moderne Libraries machen Barcode-Scanning heute vergleichsweise schnell integrierbar. Gleichzeitig zeigt sich, dass Geschwindigkeit in der Entwicklung nur dann belastbar wird, wenn Architektur und Review-Prozesse stimmen.

Im Projekt wurden auch KI-gestützte Workflows genutzt. Dabei wurde deutlich: KI kann Entwicklungsprozesse beschleunigen, ersetzt aber keine saubere Struktur. Erst wenn Tooling, Architektur und fachliche Prüfung zusammenspielen, wird daraus ein produktiver Vorteil.

Fazit

Der mobile Kanban Scanner zeigt, wie aus einer bekannten Funktion ein zeitgemäßer Bestellprozess werden kann.

Nicht durch mehr Komplexität. Sondern durch einen klaren Blick auf den Moment, in dem Bedarf entsteht.

Am Regal. In der Produktion. Im Lager. Dort, wo Menschen arbeiten und wo digitale Lösungen nur dann akzeptiert werden, wenn sie den nächsten Schritt einfacher machen.

Feedback
Für mich war das Spannende, die Anwendung von Grund auf neu zu denken und dabei immer wieder zu prüfen: Was braucht jemand wirklich, der gerade vor dem Regal steht? Diese Perspektive hat viele technische Entscheidungen einfacher gemacht.
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