2026 wird zum Wendepunkt für den digitalen Handel im DACH-Raum. Die Anforderungen an Plattformen, Prozesse und Kundenerlebnisse steigen spürbar und viele Unternehmen im B2B- und gehobenen B2C-Bereich stehen vor der Frage: Reichen unsere technologischen Grundlagen noch aus?
Was lange als Innovationsvorsprung galt, ist heute unternehmerische Pflicht. Composable Commerce, KI-basierte Personalisierung und Self-Service-Modelle sind keine Zukunftsthemen mehr, sondern entscheidende Wettbewerbsfaktoren. Gerade im B2B-Umfeld mit komplexen Vertriebsprozessen und hohem Serviceanspruch zeigt sich: Wer seine Plattform heute modernisiert, schafft morgen echte Skalierungsvorteile.
Als Digitalpartner des Mittelstands beobachten wir: Nur wer seine Plattform jetzt modular, datenzentriert und adaptiv aufstellt, wird 2026 noch wettbewerbsfähig agieren können. Denn während die technologische Entwicklung rasant voranschreitet, bleiben viele Organisationen im Altsystem gefangen, mit hohen Wartungskosten, limitierten Integrationen und fehlender Datenhoheit.
Was bedeutet das konkret für Ihre Digitalstrategie? Wir haben fünf E-Commerce Trends identifiziert, die 2026 nicht nur über technologische Relevanz entscheiden, sondern über die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Geschäftsmodelle -insbesondere im DACH-Mittelstand.
Die Ära der Monolithen endet und das schneller, als viele glauben. Lange Zeit galten All-in-One-Systeme als sicherer Hafen für Unternehmen mit komplexen Anforderungen. Doch 2026 setzt sich eine andere Logik durch: Modularität statt Abhängigkeit. Geschwindigkeit statt Warteschleifen.
Wer flexibel auf Marktveränderungen reagieren möchte, benötigt Architekturen, die sich anpassen statt einengen: Composable Commerce, Headless Frontends, API-first-Strukturen.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
Gerade für Unternehmen mit gewachsenen Systemlandschaften ist das ein Gamechanger. Statt alles auf einmal umzubauen, kann Schritt für Schritt modularisiert werden, etwa durch die Entkopplung des Frontends, den Einsatz von Middleware oder den Austausch einzelner Komponenten wie PIM, CMS oder Checkout.
Unser Tipp: Composable Commerce ist kein Selbstzweck, sondern ein Business-Enabler. Wer auf klare Systemverantwortlichkeiten und KPIs achtet, profitiert nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich: kürzere Projektlaufzeiten, geringere Abhängigkeiten und deutlich niedrigere Total Cost of Ownership (TCO) über den Lebenszyklus hinweg.
B2B-Kunden erwarten heute dieselbe Relevanz und Convenience wie im B2C, aber mit deutlich komplexeren Anforderungen. KI-gestützte Personalisierung ermöglicht genau das: maßgeschneiderte Erlebnisse in Echtzeit, basierend auf Verhalten, Vorlieben und kontextuellen Daten.
Statt statischer Produktempfehlungen oder einfacher Segmentlogiken analysieren moderne KI-Modelle kontinuierlich Nutzungsdaten und passen:
Agentic Commerce geht dabei einen Schritt weiter: Systeme „arbeiten mit“ und beschleunigen Prozesse aktiv, z. B. durch geführte Produktauswahl, intelligente Suche, proaktive Hinweise, automatisierte Angebotsvorbereitung oder kontextbasierte Next-Best-Actions.
Gerade im B2B-Bereich mit vielfältigen Zielgruppen und großen Sortimenten lässt sich so Relevanz automatisieren und Effizienz steigern, ohne dass Marketingteams jedes Detail manuell steuern müssen.
Unser Tipp: Viele Unternehmen starten erfolgreich mit gezielten Use Cases z. B. KI-gestützte Empfehlungen auf Kategorieebene oder dynamisches Pricing für Bestandskunden. Wichtig sind eine verlässliche Datenbasis, klare Ownership und ein iteratives Vorgehen. Es muss nicht gleich das große Ganze sein, oft reicht ein kluger erster Schritt.
Die Art und Weise, wie verkauft wird, verändert sich grundlegend. Digitale Vertriebserlebnisse sind längst mehr als nur Webshops – sie entwickeln sich zu interaktiven, dialogorientierten Plattformen.
Digitale Vertriebskanäle werden 2025/26 zum Normalfall – vor allem in standardisierten oder wiederkehrenden Einkaufsprozessen. Gartner beschreibt, dass „digital-first buying“ bis 2025 zur Norm wird und ein Großteil der B2B-Sales-Interaktionen digital stattfindet. Forrester betont, dass Self-Service Buying dauerhaft bleibt und Buyer Enablement sowie Self-Service-Tools zur zentralen Antwort auf digitale Kaufprozesse werden. Das bedeutet: Conversational Interfaces, Buyer Enablement und Self-Service-Portale ersetzen zunehmend traditionelle Sales-Touchpoints – ohne Beratung abzuschaffen, aber indem sie sie gezielter und effizienter machen.
Das verändert die Erwartungen auf Kundenseite deutlich:
Für B2B-Unternehmen mit komplexen Produkten oder Dienstleistungen liegt hier ein enormer Hebel: Prozesse werden schlanker, der Support-Aufwand sinkt, gleichzeitig steigt die Servicequalität.
In Projekten mit mittelständischen Herstellern und Großhändlern sehen wir: Gerade bei Standardvorgängen wie Nachbestellungen, Preisanfragen oder Produktvergleichen wünschen sich Kund:innen digitale Eigenständigkeit – ohne auf Beratung zu verzichten, wenn sie gebraucht wird.
Unser Tipp: Der Einstieg gelingt oft über prozessspezifische Micro-Services – z. B. ein Reklamationsformular mit Rückmeldung per Mail & Chat oder ein smarter Produktfinder für Ersatzteile. Wichtig ist: Die Conversational Experience muss nicht perfekt sein, aber sie muss Mehrwert bieten. Technologisch lassen sich diese Lösungen oft schneller umsetzen als gedacht – z. B. über vorhandene Plattformen, Low-Code-Anbindungen oder vorgefertigte Composable Services, die sich nahtlos in bestehende ERP-, PIM- oder CRM-Systeme integrieren lassen.
Kunden erwarten heute keine Kanäle mehr, sie erwarten Erlebnisse. Ob online, stationär, mobil oder im Kundenportal: Der Wechsel zwischen Touchpoints muss reibungslos funktionieren, ohne Medienbrüche, Verzögerungen oder Informationslücken.
Was im B2C längst Standard ist, gewinnt auch im B2B massiv an Relevanz. Entscheider und Einkäufer sind digital geprägt - sie erwarten:
Unified Commerce geht dabei einen Schritt weiter als klassischer Omnichannel: Nicht nur die Benutzeroberfläche wird abgestimmt: Prozesse, Daten und Systeme werden in einer zentralen Architektur orchestriert. Nur so entsteht die durchgängige Kundenerfahrung, die heute als selbstverständlich wahrgenommen wird.
Gerade für Hersteller und Großhändler, die oft mit mehreren Kanälen, ERP-Systemen und Vertriebsstrukturen arbeiten, bietet Unified Commerce enorme Potenziale: bessere Planbarkeit, geringere Prozesskosten und eine deutlich höhere Kundenzufriedenheit.
Ein wichtiger Baustein ist hier ein Headless CMS: Inhalte lassen sich kanalübergreifend ausspielen, schneller launchen und sauber mit Commerce-Funktionen kombinieren, ohne das Core-System auszubremsen.
Unser Tipp: Unified Commerce lässt sich schrittweise umsetzen, etwa durch den Aufbau eines kanalübergreifenden Produktdaten- und Bestandsmodells oder die flexible Anbindung von Bestandssystemen via API oder Middleware. Wer auf eine Composable Architektur setzt, behält dabei die volle Kontrolle und kann digitale & analoge Kanäle orchestrieren, ohne monolithische Systeme sofort ablösen zu müssen.
Composable Commerce schafft neue Freiheiten, aber auch neue Verantwortlichkeiten. Mit wachsender Modularität steigt die Komplexität in der Systemlandschaft: Verschiedene Tools, Schnittstellen, Datenquellen und Prozesslogiken müssen reibungslos zusammenspielen.
Was dabei häufig übersehen wird: Die technologische Basis ist nur so stark wie das organisatorische Fundament. In vielen Unternehmen fehlen klare Regeln dafür, wer welches System verantwortet, wie Daten gepflegt werden und wer bei Problemen oder Weiterentwicklungen entscheidet. Die Folgen sind gravierend:
Besonders im Mittelstand, wo Digitalverantwortung oft auf wenige Schultern verteilt ist, entsteht so ein gefährlicher Engpass: Die Plattform kann zwar alles, aber niemand entscheidet.
EY betont, dass Composable-Erfolg nicht allein von Technologie abhängt, sondern von strategischer Abstimmung über Business, IT und Marketing und dass Steuerbarkeit über Dashboards und KPIs notwendig ist, um Performance in modularen Setups zu messen und gezielt zu optimieren. Genau hier entscheidet sich, ob Composability skaliert oder Chaos statt Flexibilität erzeugt.
Unsere Projekterfahrung zeigt: Der Unterschied zwischen erfolgreicher Skalierung und digitalem Stillstand liegt selten an der Technologie, sondern an klar definierten Rollen, KPIs und Prozessen.
Ein konkretes Beispiel: Ein süddeutscher B2B-Großhändler implementierte Self-Service-Module für Bestellungen, Reklamationen und Produktdatenpflege auf Basis einer modularen Commerce-Plattform. Das Ergebnis: 40 % weniger Support-Anfragen, 3 neue Märkte erschlossen, ohne zusätzliches Personal, bei deutlich höherer Kundenzufriedenheit.
Unser Tipp: Beginnen Sie frühzeitig mit einem einfachen Modell:
Diese Fragen entscheiden darüber, ob Ihre Architektur in zwei Jahren flexibel skalierbar ist oder zur neuen Komplexitätsfalle wird.
2026 wird nicht von einzelnen Technologien geprägt, sondern von der Fähigkeit, Technologie, Prozesse und Organisation als Ganzes weiterzuentwickeln.
Die fünf Trends zeigen deutlich:
Unser Appell: Warten Sie nicht auf den „richtigen Moment“. Die Basis schaffen heißt: flexibel bleiben, unabhängig entscheiden, schneller skalieren.
Jetzt sind Sie dran: Welche E-Commerce Trends treiben Ihre Digitalstrategie 2026? Welche Plattformthemen sind bei Ihnen aktuell auf der Agenda?